Umschlagen, bitte!

Im Containerhafen zu Hause: Elektrotechnik Janssen, ABB Crane Systems und Hans Künz Krane liefern vollautomatische Containerbrücken für die Umschlagplätze dieser Welt. Immer dabei ist HELUKABEL.

Vollautomatische Containerbrücken im Herzen des Terminals Altenwerder

Faszinierend, was sich auf den abgesperrten Sicherheitsflächen hochautomatisierter Containerterminals weltweit abspielt. Wie von Geisterhand gesteuert, bewegen sich fahrerlose Schlepp- und Ladefahrzeuge sowie Kranbrücken ohne Führer nach einer unsichtbaren Choreografie. Grundlage dafür ist ein leistungs­fähiges Computersystem im Zusammenspiel mit einem millimetergenauen Navigationssystem. 19.000 passive, fest installierte Transponder kommunizieren beispielsweise im Hamburger Containerterminal Altenwerder (HHLA-CTA) mit Fahrzeugen und vollautomatischen Kranbrücken so effizient, dass sie sich nirgends in die Quere kommen. Dazwischen übertragen kilometerlange Kabel und Leitungen Energie und Steuerbefehle.

Von Nordenham in die Welt

Die Verkabelung der vollautomatischen Containerbrücken übernimmt ein Mittelständler aus Nordenham – in Hamburg genauso wie in Rotterdam und Vancouver. Gerade mal 51 Mitarbeiter beschäftigt die Elektrotechnik Janssen GmbH aktuell. Trotzdem bewältigen der kaufmännische Leiter Peter Dindas und Betriebsleiter Michael Schlake mit ausgefeiltem Projektmanagement die Großaufträge. Bewährte Mitarbeiter leiten dabei Fachkollegen von Zeitarbeitsfirmen an.

Begonnen hat alles mit dem Containerterminal Altenwerder im Hamburger Hafen mit der Aufstellung von 14 vollautomatischen Containerbrücken. Generalunternehmer war die schwedische ABB Crane Systems, die auch die Kransteuerung programmierte. Der Stahlbau kam von Hans Künz Krane, einem österreichischen Kranspezialisten, die Verkabelung übernahm Elektrotechnik Janssen mit Leitungen von HELUKABEL. Für den norddeutschen Mittelständler wurde dieses Terminal zum Dauerbrenner. Bis heute wartet und repariert ein fünfköpfiges Team von Janssen die elektrotechnischen Anlagen und garantiert den reibungslosen Betrieb rund um die Uhr. Diese Referenz weckte die Aufmerksamkeit anderer Hafenbetreiber, wie Peter Dindas, Prokurist und kaufmännischer Leiter von Elektrotechnik Janssen, berichtet: „In Hamburg bewährte sich ein gutes Vierteljahrhundert Zusammenarbeit mit ABB und Künz erstmals in einem Großprojekt. Für uns war das ein einzigartiger Leistungsnachweis mit dem Potenzial für Neugeschäft.“

Michael Schlake (links) und Peter Dindas sorgen mit einem ausgefeilten Projektmanagement für zufriedene Kunden.

Bewährte Zusammenarbeit

Ende 2012 folgte dann der Rekordauftrag vom Hafenbetreiber APMT in Rotterdam. Insgesamt wurden zwei Bahnkräne und 48 vollautomatische Stapelkräne für das APM Terminal Maasvlakte 2 bei ABB geordert. ABB setzte wieder auf die bewährte Zusammenarbeit mit Künz Krane und Elektrotechnik Janssen. Ebenfalls wieder dabei ist der bewährte Kabellieferant. Peter Dindas: „HELUKABEL überzeugt uns seit Jahrzehnten mit einem sehr guten Produktportfolio, Pünktlichkeit und zuverlässiger Logistik.“ Schon 2012 in der Planungsphase von Maasvlakte 2 war Janssen mit eingebunden. Michael Schlake, Prokurist und Betriebsleiter bei Janssen: „Unsere Experten in der Kran­installation gewährleisten die Betriebssicherheit und optimieren Montageabläufe. So entstehen effiziente Lösungen.“ Elektrotechnik Janssen baut auch das Herz der Kräne – den sogenannten E-Container – mit kompletter Schaltschrankverdrahtung, Energieversorgung und vollautomatischen Steuereinheiten.

Die rauen Bedingungen am Meer erfordern in Rotterdam besonders umweltresistente und seewasserfeste Kabellösungen. Thomas van der Spek, Projektleiter für Kranbau von Elektrotechnik Janssen, und Lars Behrje von HELUKABEL, ermittelten die passenden Typen und Leitungsquerschnitte. Aus dem Angebot von HELUKABEL wird beispielsweise die Motoranschlussleitung TOPFLEX EMV-UV-3 für die Leistungsverdrahtung von Frequenzumrichtern verwendet. Die Besonderheit der geschirmten Leitung ist der gedrittelte Schutzleiter für einen symmetrischen, platzsparenden Leitungsquerschnitt. Auch die halogenfreie Schleppkettenleitung SUPER-PAAR-TRONIC-C-PUR oder die PE-isolierte, kapazi­tätsarme EMV-Vorzugstype PAAR-TRONIC-Li-2YCYv aus dem HELUKABEL-Sortiment kommen zum Einsatz.

Elektrotechnik Janssen ordert kleinere Querschnitte grundsätzlich auf der Trommel. Teure Spezialkabel werden mit möglichst wenig Verschnitt maßhaltig bestellt. Michael Schlake kennt die technischen Herausforderungen: „Von der bis zu 350 Meter langen Mittelspannungstrosse zum Transformator gehen die Kabel­verbindungen zu den Niederspannungsverteilungen und dann zu den Motoren der Laufkatzen. Deshalb brauchen wir Kabel und Leitungen von besonders hoher Qualität.“

Lars Behrje (Mitte) diskutiert Leitungsvarianten bei Elektrotechnik Janssen.

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E-Container für Kanada

Im Frühjahr 2016 wird Janssen die letzten Kabel in Rotterdam anschließen. Dann geht es weiter mit einem neuen Auftrag in Hamburg. Das hanseatische Containerterminal Burchhardkai (HHLA-CTB) will seine Container-Stapelkrane modernisieren. Ein Dutzend dieser Kräne ist zunächst beauftragt – ein Volumen, das nach Berechnungen von Michael Schlake rund 80 Kilometer Kabel und Leitungen erfordert. „Bei so einem Mengengerüst ist das Kabel plötzlich viel mehr als ein C-Teil und auch unter Budgetgesichtspunkten ein sehr wichtiger Posten“, betont Peter Dindas.

Was sich in Europa bewährt hat, spricht sich herum. So kommt es, dass Elektrotechnik Janssen gerade für den Kranbauer Hans Künz Krane die E-Container für den Export ins kanadische Vancouver konfektioniert. Michael Schlake: „Wir bauen E-Container und Trafo-haus in Nordenham komplett auf und liefern sie an Künz. Die Kranbauer brauchen in Vancouver nur noch die Komponenten auf ihrem vorgesehenen Platz zu positionieren und anzuschließen.“