„Das Gesetz kann kommen“

Armin Merkt, technischer Leiter bei Kabelmat, setzte sich in den vergangenen Jahren gründlich mit der MID-Richtlinie 2004/22/EG und ihrer Umsetzung in nationales Recht im neuen Mess- und Eichgesetz auseinander. Er erklärt, was es damit auf sich hat und welche Änderungen daraus resultieren.

Herr Merkt, der Begriff „Richtlinie 2004/22/EG“ klingt nicht gerade aufregend. Was verbirgt sich dahinter?

Sie besagt, dass jede europäische Firma, die mit Kabel handelt, künftig die Messdaten speichern muss. Das heißt, dass für diesen Einsatzfall ab Anfang November 2016 nur noch Messgeräte mit einer entsprechenden europäischen Zulassung in den Verkehr gebracht werden dürfen. Alle Mitgliedstaaten des Europäischen Wirtschaftsraums müssen die Richt­linie 2004/22/EG bis zum 19. April 2016 in nationales Recht umsetzen.

Was bedeutet das konkret?

Alle Zuschnitte werden künftig über ein Speichermodul – einen Massenspeicher – lückenlos und dauerhaft dokumentiert. Damit ist jeder Messwert rückverfolgbar. Vor allem bei Reklamationen wird sich die Archivierung auszahlen. Das neue Gesetz verlangt außerdem ein Etikett auf jedem Zuschnitt, worauf alle Messdaten, wie Datum, Uhrzeit, Schnittlänge, Zähler- sowie Mess-Identnummer, vermerkt sind. Wir als Maschinenbauer mussten unsere gängigen Längenmessgeräte mit einer elektronischen Anzeige auf den neuesten Stand bringen – und zwar mit einer allen Anforderungen genügenden Speicherlösung für die Daten.

Wie gelang es Ihnen, alle notwendigen Änderungen umzusetzen?

Da die Einführung der Richtlinie bereits Ende 2006 beschlossen wurde, hatten wir viel Zeit, um uns ausführlich damit zu befassen – die haben wir auch benötigt. Einen Datenspeicher zu integrieren, klingt zunächst recht simpel.

Bis jedoch alle Forderungen der EU-Richtlinie umgesetzt waren, stapelten sich die Aktenordner mit allen notwendigen Dokumentationen – von Sicherheitsaspekten bis hin zu Softwarefunktionen. Unsere Elektronik-Abteilung hat fast vier Jahre lang an einer optimalen und bezahlbaren Systemlösung für unsere Kunden getüftelt. So gelang es uns, die gängigen Län­gen­messgeräte von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt abnehmen zu lassen. Mit der EG-Baumusterprüfbescheinigung sind unsere Geräte europaweit zugelassen.

Was heißt das für Ihre Kunden?

Neukunden haben die Sicherheit, dass unsere Systemlösung inzwischen bei allen Kabelmat-Messgeräten mit elektronischer Anzeige zum Einsatz kommt. Bestandskunden können bestehende Kabelmat-Maschinen problemlos mit unserem Interface-Modul nachrüsten – vom Ring- und Spulenwickler bis zur automatischen Ringwickel- und Abbindemaschine. Außerdem bieten wir unseren Kunden auch eine Komplettlösung inklusive Software und Etikettendrucker an.

Das heißt, Kabelmat ist auf die Gesetzesänderung bestens vorbereitet?

Ja, absolut! Wir sind einer der wenigen Maschinenbauer, die bisher eine europaweite Zulassung bekommen haben. Einige Längenmessgeräte sind inzwischen schon bei unseren Kunden im Einsatz.

Tolle Leistung!

Armin Merkt und seine Kollegen haben die optimale Lösung für die Datenspeicherung bei Längenmessgeräten entwickelt.

Sie haben weitere Fragen an Armin Merkt, den technischen Leiter bei Kabelmat? Dann schreiben Sie ihm eine E-Mail: Armin.Merkt@kabelmat.com