"Bei uns mus es fix gehen"

Als Einkäufer beim Anlagenbauer Eisenmann USA muss Matthias Heydlauff anspruchsvoll bei der Wahl von Zulieferern sein. Im gemeinsamen Interview mit Markus Dannheim von HELUKABEL USA spricht er darüber, worauf es bei einer guten Zusammenarbeit ankommt.

Fördersysteme von Eisenmann transportieren Karosserien zu Prozessschritten wie Vorbehandlung und Tauchlackierung. Produkte von HELUKABEL liefern dafür den Strom und verknüpfen verschiedene Sensoren mit dem Gesamtsystem.

Herr Heydlauff, die Automotive Branche hat den Ruf, besonders anspruchsvoll zu sein. Komplexe Systemlösungen für diese Branche machen einen Großteil Ihres Geschäfts aus. Stehen Sie da manchmal unter Druck?

Matthias Heydlauff: Häufig schon, denn unsere Kunden arbeiten mit unglaublich engen Timings. Als Hersteller großer, technisch anspruchsvoller Anlagen müssen wir da mithalten können. Deshalb investieren wir viele Ressourcen in neue Technologien und ein schlankes Projektmana­gement, anders könnten wir Großaufträge wie komplette Lackierstraßen für die führenden Autohersteller nicht auf die Beine stellen. Das sind hallenfüllende Anlagen, durch die im Jahr Hundertausende Karosserien und Fahrzeugteile fahren. Durch den hohen Automatisierungsgrad kommt daher auch den Kabeln eine wichtige Rolle zu.

Beispiel Vorbehandlung: Hier werden alle Teile vollautomatisch gereinigt und erhalten ihren ersten Lacküberzug – die so­genannte kathodische Tauchlackierung. Hier muss die Beschichtungsqualität schon stimmen, das stellt eine Vielzahl von Sensoren sicher. Ähnliche Systeme sitzen in der Lackierkabine oder im Lack­trockner. Die sind natürlich alle an das Netzwerk der Anlage angeschlossen. Dem­entsprechend stellen wir an unsere Zulieferer die gleichen Ansprüche wie an uns selbst, vor allem eine hohe Verfügbarkeit mit geringen Lieferzeiten. Wir kaufen keine Ware auf Vorrat, sondern bestellen immer genau spezifizierte Mengen zu verschiedenen Zeitpunkten – je nach Projektphase.

Welche technischen Besonderheiten bieten etwa die angesprochenen Lackierstraßen für die Kabel?

Markus Dannheim: Ein großes Thema ist Wärmebeständigkeit. In den Lackierstraßen von Eisenmann herrschen hohe Temperaturen. Das müssen die Kabel aushalten. Der in solchen Fällen sonst übliche Silikonmantel würde jedoch negativ mit den Chemikalien in den Lacken reagieren und durchlässig werden. Wir haben also spezielle Kunststoffe entwickelt, die dem standhalten. Eine Besonderheit sind hierzulande die sogenannten Traycable-Zulassungen. Ist ein Kabel mit UL 1277 oder UL 2277 zertifiziert, dürfen die Kabel offen auf Kabeltrassen verlegt werden und müssen nicht durch Rohre geschützt werden. Das macht es dem Installateur um einiges leichter. Die Anforderungen ans Kabel steigen natürlich.

Heydlauff: In Sachen Qualität wissen wir, dass wir HELUKABEL vertrauen können. Das Unternehmen steht nicht umsonst bei allen großen Automobilherstellern auf der Lieferantenliste. Die Herausforderungen bei unseren Projekten lauern meist an anderer Stelle.

Wo liegen sie dann?

Dannheim: Neben uns und Eisenmann gibt es ja noch einen Dritten im Bunde, den Autohersteller. Der hat seine eigenen Prozesse, die – naturgemäß – nicht immer zu hundert Prozent deckungsgleich mit unseren sind. Das zeigte sich jüngst bei einem erfolgreich abgewickelten Großprojekt.

Heydlauff: Mit einem dreistelligen Millionenbetrag übrigens einer der größten Aufträge in unserer Firmengeschichte.

Dannheim: Bei diesem Projekt lag die Herausforderung in der Warenanlieferung im jeweiligen Anlieferfenster und der gezielten Verteilung auf der Großbaustelle. Aufgrund der begrenzten Platzverhältnisse und einer Vielzahl an Partner- und Subunternehmen reichte die übliche Kennzeichnung der Lieferungen nicht aus. Der zentrale Wareneingang rechnete mit detaillierten Zielkoordinaten für jede Palette und Trommel. Dass hier etwas nicht funktioniert, merkt man leider erst nach dem Versand.

Es war also ein enger Terminplan einzuhalten?

Heydlauff: Genau, dieser war durch die einzelnen Gewerke vorgegeben, und eine Verzögerung an einer kritischen Stelle hätte sich sofort auf die nachgelagerten Schritte ausgewirkt. Um Schwierigkeiten beizukommen, hat Markus genau richtig reagiert: Er ist in den Flieger gestiegen, und wir haben gemeinsam im Baucontainer die Kabel den richtigen Installateuren und Projektphasen zugeordnet.

Dannheim: Mir war es enorm wichtig, mich persönlich um die Einzelheiten zu kümmern. E-Mail und Telefon sind in so einer Situation nicht das richtige Mittel. Nur so konnten wir auf dem kurzen Dienstweg mit dem Kunden klären, wo der Fehler im System lag.

Heydlauff: Durch diesen persönlichen Einsatz und die enge Zusammenarbeit konnten wir die erste Bauphase erfolgreich abschließen.