Auslandsaufenthalt in Thailand

Thailand war das erste asiatische Land, das ich bereist habe. Was ich hier erlebt habe, war also alles sehr neu für mich. Mein Bildspeicher ist um mehrere Gigabyte angestiegen, mein Notizbuch ist um einige Seiten voller geworden und meine Wahrnehmung von der Welt hat sich um ein paar Grad erweitert.

Einmal wollte eine Kollegin von mir wissen, ob es stimmt, dass man in Deutschland intensiv arbeitet und intensiv Freizeit macht. Und ja, im Vergleich zu Thailand stimmt es. Während in Deutschland Berufliches von Privatem eher getrennt ist, vermischt sich das in Thailand stark. In Thailand lebt man kollektiv, das heißt, dass nicht das Individuum in der Mitte seines Lebens steht, sondern die Gesellschaft. Das wirkt sich zum Beispiel so aus, dass Angestellte auch auf ihrer privaten Handynummer für alle Geschäftspartner erreichbar sind. Deshalb haben sie ihr Smartphone immer griffbereit und bedienen es je nach Notwendigkeit, sowohl geschäftlich als auch privat. Das Miteinander unter den Kollegen spielt eine zentrale Rolle. Es wird gemeinsam gegessen, die Mitarbeiter arbeiten eng zusammen und sie helfen einander häufig, in der Freizeit macht man gemeinsam Sport und verbringt die Wochenenden zusammen. HELUKABEL Thailand unternimmt viele Maßnahmen, um das Wohlbefinden und auch die Fähigkeiten des Mitarbeiters zu fördern. So meditiert man morgens zum Start des Arbeitstages und Yoga gibt es am Nachmittag. Englischkurse werden auch angeboten.

Die Sprache der Thais ist Gesang. Eine kleine Veränderung in der Betonung des Wortes verändert seine ganze Bedeutung. So kann das Wort "chai" einerseits "ja" bedeuten, andererseits "Bruder" und "benutzen". Meine Kollegin Aei war unermüdlich dabei, mir die thailändische Sprache näherzubringen und wir haben wieder und wieder an meiner Betonung gefeilt. Die thailändische Schrift ist Malerei. Sie besteht aus vielen Schnörkeln, Häkchen und Strichen. Ein Buchstabe oder eine Kombination von Buchstaben bedeuten einen Laut. Den Thailändern ist Ästhetik auch sehr wichtig. Sowohl Männer als auch Frauen achten auf ein angemessenes Äußeres, Schönheit und Fitness. Bei der Ankunft im Büro schminken sich die Frauen besonders ausführlich, vor allem wenn Kundenbesuche anstehen.

Die meisten Thailänder praktizieren ihren hauptsächlich buddhistischen Glauben offensichtlich. Das ist vor allem an den Geisterhäuschen, den segnenden Symbolen im Auto, dem Hinweis auf Sitzplatzreservierung für Mönche und vielen anderen alltäglichen Dingen erkennbar. Viele Buddhisten gehen regelmäßig in den Tempel, um zu beten, Segnungen zu erhalten (zum Beispiel für einen anstehenden Hausverkauf) und um Geld oder Geschenke zu spenden (zum Beispiel für Särge von Bedürftigen).

Während meines Aufenthalts in Thailand ist der König verstorben. Schon davor wurde mir das besondere Verhältnis zum Königshaus sehr deutlich. Der König und seine Familie werden extrem respektiert und hoch anerkannt. Überall sind Abbildungen von ihm und seiner Frau zu sehen – in Straßen in der Form von Bögen über den Fahrstreifen, an staatlichen Einrichtungen in Form von Tafeln, in Büros in Form von Postern, kleinen Statuen und Kalendern. Wenn man über sie spricht, dann heißt es "My King" für König Buhmibol und "My Queen" für Königin Sirikit. Die Thais trauern um den Verlust, was zeigt, dass der König den Menschen tatsächlich nah war und für sie eine Vaterfigur eingenommen hatte.

Ich weiß es sehr zu schätzen, dass ich dank meiner Kollegen Thailand mit den Einheimischen zusammen entdecken konnte und so weniger aus der Perspektive einer „Farang“ (Fremde) das Land kennengelernt (Fremder, vom Französischen: "France". Frankreich war die erste westliche Nation in Thailand) habe. Ich habe die Thais als sehr geduldige Menschen erlebt, die schnelle und einfache Lösungen finden. Ihre Fürsorglichkeit ist bemerkenswert. Und anders als vorgewarnt, sind mir keine kriminellen Erlebnisse widerfahren, sondern eher viel Hilfsbereitschaft. Das Land und seine Menschen sind es Wert, aufrichtig entdeckt zu werden. Ich bin HELUKABEL sehr dankbar, dass sie mir diese Erfahrungen ermöglicht haben.