Auslandsaufenthalt in Polen

Ich bin Nico Kilian und studiere BWL-Industrie an der DHBW Stuttgart. Nachdem ich schon in der Theoriephase ein Semester an einer ausländischen Hochschule verbracht habe, wurde mir auch in der Praxisphase ein zweimonatiger Auslandsaufenthalt durch HELUKABEL ermöglicht, und zwar bei HELUKABEL Polen, eine der größten Tochtergesellschaften von HELUKABEL. Durch den Aufenthalt bei einer ausländischen Tochtergesellschaft erhoffte ich mir, die Abläufe und die Organisation des deutschen und des polnischen Standorts vergleichen zu können und so ein umfassenderes Bild über die HELUKABEL-Gruppe zu bekommen.

Nico Kilian, DHBW Student, Helukabel GmbH

Die polnische Niederlassung wurde im Jahr 2000 gegründet und hat sich seitdem zu einem Unternehmen mit über 60 Mitarbeitern entwickelt. Der Hauptsitz mit Verwaltung und Lager ist ca. 40 Autominuten von Warschau entfernt in Radziejowice. Darüber hinaus gibt es vier regionale Vertriebsbüros in Bielsko-Biala (Bielitz-Biala), Gdynia (Gdingen), Poznan (Posen) und Wroclaw (Breslau). Von den polnischen Kollegen wurde ich freundlich aufgenommen und auch bei Fragen wurde mir immer weitergeholfen, was den gesamten Aufenthalt sehr angenehm gemacht hat. Auch die Verständigung klappte auf Englisch meistens gut. Teilweise wurde sogar deutsch gesprochen, weil manche Kollegen die Sprache noch in der Schule gelernt haben, bevor Englisch zur ersten Fremdsprache wurde.

Während meiner Zeit bei HELUKABEL Polen konnte ich Einblicke in mehrere Abteilungen bekommen. So wurde mir gleich am Anfang das Warenlager gezeigt. Dieses wurde erst kürzlich erweitert und dabei auf weiteres Wachstum ausgelegt, sodass im Moment sogar noch Kapazitäten zur Vermietung zur Verfügung stehen. Hier habe ich auch mal bei der Wareneingangskontrolle geholfen. Weiterhin habe ich einige Zeit in der Auftragsabwicklung, in der Qualitätssicherung und im Marketing verbracht. Außerdem konnte ich zwei Mal einen Außendienstmitarbeiter mit zu Kunden begleiten. Das war eine interessante Erfahrung, da ich mehrere unterschiedliche Unternehmen besichtigen konnte und ganz nebenbei auf den Fahrten noch ein bisschen etwas vom Land gesehen habe. Das Highlight war eine Industriemesse in Bielsko-Biala im Süden Polens. Leider konnte ich nicht viel von den Gesprächen mitbekommen, da alles auf Polnisch besprochen wurde. Trotzdem war es im Nachhinein in Gesprächen mit den Kollegen möglich, einen kleinen Eindruck von den aktuellen Geschäften zu bekommen.

Die Wochenenden habe ich genutzt, um die nähere Umgebung zu erkunden. Warschau war mit dem Auto in nur 40 Minuten zu erreichen, weshalb ich dort mehrmals war. Die Stadt hat eine kleine Altstadt, die im Zweiten Weltkrieg fast komplett zerstört wurde und später originalgetreu wiederaufgebaut wurde. Im Zentrum gibt es einige moderne Wolkenkratzer und Shopping-Center, jedoch auch viele mehrspurige Straßen. Die jüngere Geschichte, insbesondere die Zeit des Zweiten Weltkriegs, begegnet einem immer wieder, z. B. bei Stadtführungen oder im „Warsaw Uprising Museum“.

Sogar ein längerer Urlaub ließ sich noch in meiner Zeit in Polen unterbringen. Ich nutzte diesen dazu, mit Bus und Bahn quer durchs Land zu fahren und so viele Eindrücke wie möglich zu sammeln. Die Verbindungen zwischen den großen Städten sind sehr gut und insbesondere Busse sind sehr günstig. Während meiner Reise habe ich die Städte Krakow (Krakau), Wroclaw (Breslau), Poznan (Posen) und die sogenannte „Dreistadt“ Gdansk (Danzig), Sopot (Zoppot) und Gdynia (Gdingen) besucht. Bis auf Sopot und Gdynia glänzen alle Städte mit einer schönen Altstadt und bewegter Vergangenheit. Diese beiden liegen dafür direkt an der Ostsee inklusive tollem Sandstrand. In allen Städten gibt es unzählige Möglichkeiten zum Essen und Trinken, was mich direkt zu den kulinarischen Seiten Polens bringt. Die klassische polnische Küche ist sehr deftig mit viel Wurst und Fleisch und meist großen Portionen. Im Vergleich zu deutschen Verhältnissen jedoch sehr günstig. Bier ist, ähnlich wie in Deutschland, weit verbreitet. Und auch ein Schlückchen polnischer Wodka darf hin und wieder nicht fehlen.

Höhepunkt meines Urlaubs war ein mehrtägiger Aufenthalt in der Hohen Tatra im Süden des Landes. Das Gebirge liegt teilweise in Polen, der größere Teil jedoch in der Slowakei. Ich hatte riesiges Glück mit dem Wetter und konnte die Berglandschaft bei schönstem Sonnenschein und herbstlichen Farben genießen. Die Hohe Tatra bietet dabei vieles, was zu einem gelungenen Urlaub in den Bergen gehört. Wald, Bäche, Wasserfälle, klare, dunkelblaue Bergseen, tolle Panoramablicke und Schnee auf den Gipfeln der Berge sowie gut ausgeschilderte Wanderrouten. Ich unternahm mehrere Wanderungen, was in dieser schönen Landschaft traumhaft war. Und obwohl ich alleine unterwegs war, fanden sich auf der Hütte, in der ich übernachtet habe, sogar noch ein paar Wandergefährten verschiedenster Nationalitäten.

Zusammenfassend betrachtet, brachte mir meine Zeit bei HELUKABEL Polen und in Polen selbst tolle Erfahrungen, die mein Studium nochmal besser gemacht haben und vor allem für mich selbst eine Bereicherung waren. Die Möglichkeit, während meines Studiums Auslandserfahrung im Ausbildungsbetrieb zu sammeln ist eine tolle Sache und ich bin dankbar, dass HELUKABEL mir dieses Erlebnis ermöglicht hat.