Auslandsaufenthalt in Südafrika

Ich bin Max Pleiger, 21 Jahre alt, und durfte im Rahmen meines Dualen Studiums zwei Monate bei Helukabel in Südafrika arbeiten, genauer gesagt in Johannesburg. Davon möchte ich euch heute berichten.

Max Pleiger, Helukabel GmbH

Ich war froh, dass mich Doug Gunnewegh, Niederlassungsleiter von Helukabel Südafrika, vom Flughafen abgeholt hat. Nach einer insgesamt 17 stündigen Anreise von Stuttgart über Istanbul nach Johannesburg hätte ich mich vermutlich nicht auf Anhieb im Linksverkehr zurechtgefunden. Nachdem einige Arbeitstage vergangen waren, wollte ich noch immer auf der „falschen“ Seite ins Auto steigen, mit der Zeit habe ich mich daran gewöhnt.

Im Büro angekommen, nahmen mich die insgesamt 34 Kolleginnen und Kollegen herzlich auf. Einige arbeiten im Verkauf, andere wiederum sind als Lagerarbeiter tätig. Meine Aufgabe bestand darin, Auswertungen und Analysen in Bezug auf das neue Lager zu erstellen, um die Strategie der Lagerbewirtschaftung für die entstandenen Produktklassen anzupassen und zu verbessern. Oft habe ich aber auch den Kollegen über die Schulter geschaut und konnte so alles genau mitkriegen.

Natürlich wollte ich auch das Land entdecken, da ich zum allerersten Mal in Südafrika war.

Das erste Wochenende habe ich mit drei Kollegen und deren Freunden verbracht. Wir haben Soweto (South-Western-Township) besichtigt, wo die Revolution zur Unabhängigkeit der schwarzen gegenüber der weißen Bevölkerung unter Führung Nelson Mandelas begann. Es war also ein „Muss“, Mandelas Haus zu besichtigen und so ein Stück wichtige, südafrikanische Geschichte mitzunehmen. Leider gibt es noch immer eine Klassengesellschaft mit sehr großen, vor allem finanziellen, Unterschieden, die sich in den Unterkünften zeigt. Für die Mehrheit der weißen Bevölkerung ist es normal ein Haus in einer sogenannten „Gated Community“ zu haben. Das Haus ist zusätzlich mit drei Meter hohen Mauern und einem darauf installierten elektrischen Zaun umgeben. Oftmals sind auch noch Gitter vor den Fenstern. Als ich mit Doug und anderen Mitarbeitern von Helukabel Golfen war, grenzte der Golfplatz direkt an ein Township. Die Bewohner dort sammelten die Bälle ein, die auf ihrem Boden landeten, und verkauften sie wieder an die Golfer, um an Essen zu kommen. Trotz aller Unterschiede war es schön, teilweise auch ein friedliches und humorvolles Miteinander zu erleben. Ein besonderes Erlebnis war auch der „Braai“-Abend mit der Familie eines Kollegen. Dort habe ich gegrilltes Steak in allen Varianten gegessen, dazu gab es Pab, einen klebrigen Reis. Die südafrikanische Küche ist sehr fleischlastig. Springbock, Zebra und Krokodil ist für die Bewohner dort nichts Ungewöhnliches.

Zum Glück hatte ich auch die Gelegenheit, für vier Tage nach Kapstadt zu reisen. Dort bin ich beim Helukabel-Außendienstmitarbeiter Errol und seiner Familie untergekommen. Bei einer City Bus Tour genoss ich die Atmosphäre der Stadt, die mir weitaus weniger hektisch und gefährlicher schien als in Johannesburg. Nachdem ich abends bei einem Casino-Besuch zusammen mit Errol etwas Taschengeld erspielt hatte, bin ich im Mondlicht mit Errols Sohn auf den Berg Lionshead gewandert und habe die atemberaubende Aussicht genossen. Zurück in Johannesburg machte ich im nördlich gelegenen Pilansberg eine Safari. Nachdem mir nicht nur Giraffen, Zebras und Antilopen, sondern auch noch eine ganze Herde Elefanten über den Weg liefen, war dies der perfekte Abschluss für einen unvergesslichen und beeindruckenden Aufenthalt.

Die Kollegen dort sind zu Freunden geworden. Ich hoffe, dass ich bald alle wiedersehen kann – ob in Südafrika oder in Deutschland. Und ich bin etwas bescheidener geworden. Fließendes Wasser, einen Job und genug Essen – auch wenn es für uns selbstverständlich ist, das schätze ich jetzt viel mehr.